
Die Idee, Gewebe mittels Hitze zu behandeln, findet sich schon in altägyptischen Papyri und zieht sich in Form des Ferrum candens (Glüheisen) durch die Antike bis hin zum chirurgischen Einsatz der Ligatura candens (Schneideschlinge) nach Erfindung der Galvanokaustik im 19. Jahrhundert.
Doch erst im 20. Jahrhundert beginnt die Entwicklung zur modernen Hochfrequenzchirurgie (HF-Chirurgie): mit der Fulguration (Rivière, 1900, Funkenübertritt), der Elektrodesikkation (Clark, 1907, Verkochung), der bipolaren Elektrokoagulation (Doyen, 1909) und der Elektrotomie (Wyeth, 1920er-Jahre, Röhrengenerator). Es folgen das erste Kombinationsgerät aus einem Röhrengenerator zum Schneiden und einem Funkenstreckensender zur Blutstillung (Bovie, 1928), die ersten Universalgeräte auf Röhrenbasis 1955 und auf Transistorbasis in den 1970er-Jahren sowie der Argon-Beamer (Morrison, 1976). Seit Anfang der 1990er-Jahre stehen HF-Chirurgiegeräte zur Verfügung, die von Mikroprozessoren gesteuert werden. Sie erlauben erstmals die Variation zahlreicher Parameter, um die Stromform auf die jeweilige Behandlung präzise abzustimmen.
Die verschiedenen Verfahren, Geräte und Instrumente der Elektrochirurgie werden laufend weiterentwickelt und verfeinert, um die Gesundheit der Patienten zu schonen, die chirurgischen Eingriffe zu zeitlich straffen umso auch die Kosten möglichst niedrig zu halten.